Ballonmeeting Wilhelmshaven 2019

Wissenswertes rund um das Ballonmeeting

Ballonfahren ist eine tolle Sache. Für Neulinge stellen sich dabei viele Fragen. Diese Fragen wollen wir versuchen hier zu beantworten

Die Ballonfahrt

Eine Ballonfahrt ist ein Event: Vom Eintreffen am Startplatz, Bekanntmachen mit allen wichtigen Informationen und Personen, das Aufrüsten, das Einsteigen, der Start, die Fahrt (ca. eine Stunde), die vielen Eindrücke während der Fahrt, die Landung, das Abrüsten, die Rückfahrt zum Startplatz und eventuell die Ballontaufe. So vergehen insgesamt ca. 3 Stunden.

(Die zeitlichen Angaben sind Erfahrungswerte, können aber abweichen)

Vorab etwas grundsätzliches zur Ballonfahrt: auch wenn mit der internationalen Anwendung mittlerweile der Begriff fliegen verwendet werden darf, benutzen die meisten den Begriff fahren. Warum das so ist, erklärt gerne der Pilot.

Nachdem der Ballon also in gemeinschaftlicher Arbeit aufgerüstet ist, geht es dann los nach oben, wo einem ein atemberaubender Ausblick erwartet. Dies ist immer wieder ein Erlebnis der ganz besonderen Art mit unbekanntem Ziel. Man kennt nur in etwa die Himmelsrichtung, in die der Wind den Ballon treiben wird, aber nie genau, wo gelandet werden kann. Der Pilot wird rechtzeitig ein geeignetes Landegelände auswählen und alles zur Landung vorbereiten. Er wird die Mitfahrer für die Landung nochmals einweisen und so postieren, dass sich alle ordentlich festhalten können. Alle losen Gegenstände werden verstaut. So eine Landung kann schon einmal etwas ruppiger sein. Der Korb kann sich dabei auf die Seite legen und einige Meter über den Boden geschleift werden. Ist der Ballon zum Stillstand gekommen, gibt der Pilot die Erlaubnis, den Korb zu verlassen. Weil der Korb an Ballast verliert ist es zunächst wichtig, dass die ausgestiegenen Mitfahrer am Korb bleiben und von außen den Korb beschweren. Erst wenn der Pilot das Zeichen gibt, kann man sich vom Korb entfernen.

Das Wetter

Das Ballonfahren ist mehr als jede andere Luftsportart vom Wetter abhängig. Niederschläge jeder Art und auch zu viel Wind verbieten aus Sicherheitsgründen jeden Start. Vor jeder Fahrt holt der Pilot oder der Veranstalter deshalb eine spezielle Flugwetterberatung beim Deutschen Wetterdienst ein und entscheidet darauf hin, ob ein Start möglich ist. Im ungünstigsten Fall kann es jedoch vorkommen, dass aufgrund rascher ungünstiger Wetterentwicklung der Start auch am Standort noch spontan abgesagt werden muss. Sicherheit geht natürlich vor und die Wetterbedingungen fordern von den Ballonfahrern bisweilen ein hohes Maß an Geduld.

Die Startzeit

Im Sommer treten während des Tages für Ballone thermische Aufwinde auf, die nicht zum Ballonfahren geeignet sind. Daher können Ballonfahrten nur sehr früh morgens bis ca. 2 – 3 Stunden nach Sonnenaufgang und entsprechend am Abend 2 – 3 Stunden vor Sonnenuntergang stattfinden. So gibt es jeweils eine Morgen- und eine Abendfahrt.

Die Mitfahrer

Jeder Mitfahrer wird für die Startvorbereitungen und das Abrüsten des Ballons nach der Landung gebraucht. Ballonsport ist ein Teamsport und eine Fahrt ohne Zusammenarbeit kann nicht stattfinden. Ballonfahren ist das unbeschreibliche Gefühl, anscheinend schwerelos und windstill durch die Lüfte zu schweben.

Aus diesem wie auch aus Sicherheitsgründen sind sportliche Kleidung mit bedeckten Armen und Beinen sowie feste Wander- oder Laufschuhe angebracht. Eine Jacke gegen Abendkühle und eine Schirmmütze können nützlich sein. Wichtig ist natürlich eine Kamera, um ein paar Eindrücke der Fahrt für später festzuhalten.

Alles in allem sollte eine gewisse sportliche Kondition vorhanden sein. Bei einer sportlichen Landung kann es schon einmal etwas holprig sein. Ansonsten aber gilt das Ballonfahren als eine der sichersten und beschaulichsten Luftsportarten. Bei besonderen Herz-, Lungen- oder anderen Gesundheitsproblemen sollte der Hausarzt gefragt werden und besprechen Sie es auch mit dem Piloten. Bei Gelenk- und Bandscheibenbeschwerden, Osteoporosen erfolgt die Beförderung nur auf eigenes Risiko des Fahrgastes. Kinder unter 12 Jahren können leider nicht mitgenommen werden.

Das Auf- und Abrüsten

Zunächst wird das ganze Ballonmaterial vom Anhänger genommen. Dann wird der Brenner mit dem Aufsatz auf den Korb gesetzt und befestigt. Der Pilot nimmt dann die Verbindung von Gasflaschen und Brenner vor sowie die Befestigung des Funkgerätes und des Höhenmessers vor. Sobald der Korb vorbereitet ist, wird dieser auf die Seite gelegt. Die im Sack befindliche Ballonhülle wird dann vom Piloten am Korb befestigt und durch ziehen des Sackes wird die Hülle mit der Topleine ausgeladen. Ein Ventilator füllt die Ballonhülle dann zunächst mit kalter Luft, wobei zwei Personen dazu die untere Öffnung weit aufhalten müssen. An der Oberseite des Ballones befindet sich zudem eine große Öffnung, durch die die warme Luft zur Landung mittels einer Zugleine entweichen kann. Diese Öffnung wird zum Start mit Klettverschlüssen geschlossen. Sobald die Hülle mit kalter Luft gut gefüllt ist, wird vom Piloten die Luft mit dem Brenner erwärmt und der Ballon richtet sich langsam auf. Um das kontrolliert vorgehen zu lassen, wird die Topleine so lange auf Spannung gehalten, bis der Ballon richtig steht. Dann wird es wichtig schnell Ballast in den Korb zu bekommen und die Mitfahrer besteigen auf Anweisung des Piloten den Korb. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Ballon mit einer Sicherungsleine am Verfolgerfahrzeug befestigt und kann nicht ungewollt steigen. Wenn alles in Ordnung ist wird diese Leine gelöst und die Fahrt beginnt. Das Abrüsten erfolgt dann ähnlich in umgekehrter Reihenfolge.

Der Verfolger

Während der Fahrt wird der Verfolger den Ballon im Blick haben und falls erforderlich vom Piloten über Flugfunk zum Landeplatz gelenkt. Dort wird gemeinsam alles wieder ordnungsgemäß eingepackt und es geht mit dem Verfolgerfahrzeug gemeinsam zurück zum Startplatz, wo Ihr Auto steht. Für Erstfahrer steht dann noch die Ballontaufe an.

Die Ballonfahrer-Taufe

Es ist ein alter Brauch, dass die Passagiere nach ihrer ersten Ballonfahrt feierlich in den Adelsstand der Ballonfahrer aufgenommen werden. Der Ballon-Neuling wird hierzu nach vollendeter Fahrt traditionell  getauft.

Technische Informationen:

Alle Angaben können je nach Größe, Hersteller oder Wunsch des Piloten natürlich abweichen und geben an dieser Stelle lediglich Orientierungswerte wieder.

Korb

-aus Korbgeflecht mit Stahlrahmen und  –seilen verstärkt 

oft mit Holzboden (durch Hölzer und Kunststoffschienen verstärkt)

-Einstiegsöffnungen in der Regel an der Vorderseite

-Brüstung mit Stahlseilen verstärkt, oben abgepolstert und meistens mit Leder 

ummantelt, Brüstungshöhe mind. 1,10 m

-Gewicht ca. 80 Kg bis 150 Kg

-wird mit einer Sicherungsleine bis zum Start am Verfolgerfahrzeug befestigt

 

Hülle

-mögliche Größen 500m³ (Einmannballon) bis 18.000m³ (für ca. 30 Personen)

-bei ca. 4000 m³ Volumen:

-Höhe ca. 25 m, Durchmesser ca. 20 m

-Gewicht ca. 140 Kg

-Material: reißfester Nylon mit Polyurethanbeschichtung

-sogenannte Lastgurte sind in die Hülle zur Stabilisierung eingenäht

-auf der Oberseite befindet sich der Parachute

(ein Verschluss, den man mittels einer Leine öffnen kann,

um warme Luft entweichen zu lassen, z. B. zur Landung)

-über Drehventile in der Hülle kann über Leinenzug der Korb in sich gedreht

werden, aber nicht gelenkt

-an der Unterseite befindet sich eine unbrennbare Stoffbahn (Scoop) 

als Windschutz (Nomaxstoff)

 

Brenner

-Gewicht ca. 25 Kg

-in der Regel 2 Stück (Doppelbrenner)

-Flammenhöhe ca. 3 bis 5 Meter

-an einem Gestell, das wiederum durch Fiberstangen und Stahlseilen 

mit dem Korb verbunden wird

-Brennergestänge und Gasleitungen werden mit Stoßschutz ummantelt

 

Gasflaschen

-Gewicht ca. 40 Kg bis 70 Kg

-aus Stahl oder Alluminium oder Titan

-mit Propangas gefüllt 

-Fassungsvermögen je Flasche in der Regel 20 kg bis 40 Kg

-in den meisten Fällen sind 4 Flaschen an Bord

-mit einer Polsterung als Stoßschutz eingefasst

 

Funkgerät

-über 1000 Kanäle im 8,33 Kiloherz Raster

-Flugfunk-Frequenzbereich von 118,000 – 136,975 Megahertz

-zugelassen und geprüft von der Postbehörde

-Verbindung mit der Luftaufsicht, Flughäfen und natürlich dem Verfolgerfahrzeug

 

Höhenmesser

-Variometer gibt die Höhe über NN (Normalnull) an

-zeigt sinken und steigen an

-Anzeige der Temperatur in der Hülle

 

Ventilator

-mit Benzin angetriebener Motor für einen Propeller, der die Hülle zunächst mit kalter Luft füllt

 

Anhänger

-angepasst an die Erfordernisse des Ballons und des Zubehörs

 

Zugfahrzeug

-möglichst geländetauglich und allradangetrieben

 

Navigation

-übliche Navigationssysteme (aktuell häufig über Smartphone)

 

 

 

 

 

 

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